Ganganalyse

Lahmheiten  verursachen massive Ausfälle bei Pferde aller Rassen und Disziplinen. Sie zu diagnostizieren und therapieren ist häufig aufwendig und frustrierend für Pferdebesitzer und Tierarzt gleichermassen. Bis vor kurzem wurden alle Lahmheiten durch die subjektiven Einschätzungen des Untersuchers diagnostiziert.

Die Erfahrung des Untersuchers spielt hierbei eine entscheidende Rolle, und dennoch sind Wiederholbarkeit und Übereinstimmung zwischen verschiedenen und selbst erfahrenen Untersuchern häufig unbefriedigend (ca. 60-70 Prozent).

Neuerdings können wir am ISME zusätzlich zur herkömmlichen, subjektiven Lahmheits-Untersuchung, eine objektive Messung und Quantifizierung der Lahmheit anbieten. Dabei wird über am Körper haftende Sensoren die links-rechts Symmetrie (Asymmetrie=Unregelmässigkeit=Lahmheit) während der Bewegung gemessen und ausgewertet.

Gemeinsam bieten die subjektiven Eindrücke und die objektive Beurteilung eine genauere Aussage über Lokalisation und Grad der Lahmheit. Diese neue Technik hilft auch  Vergleichswerte erheben, die beispielsweise den Grad der subjektiv erfassten Besserung nach einer Lokalanästhesie oder Behandlung genauer beschreiben und dokumentieren.

In diesem Sinne werden die Bewegungssensoren auch in Forschungsprojekten eingesetzt. Erste ISME-Forschungsprojekte mit Untersuchungen beim Trabrennpferd sind bereits im Gange.

Eine weitere Studie, welche den Einfluss von routinemässig durchgeführten Zahnbehandlungen auf die Rittigkeit des Pferdes analysiert, ist in fortgeschrittener Planung. Die zum Teil aufwendige Auswertung der gewonnen Daten erfolgt in Zusammenarbeit mit dem renommierten „Structure and Motion Laboratory“ des Royal Veterinary College in London.